Direkt zum Hauptbereich

Fahrerflucht und politischer Zickenkrieg in Madrid

Esperanza Aguirre ist die ehemalige Präsidentin der autonomen Region Madrid. Die Dame ist sehr streitbar und ehrgeizig. Sie gehört der Regierungspartei Partido Popular (PP) an und ist die Führerin der PP in Madrid, ist aber mit der ebenfalls derselben Partei zugehörenden Oberbürgermeisterin von Madrid, Ana Botella, über Kreuz. Auf Grund ihrer heftigen Angriffe gegen Botella unterstellt man in Madrid Aguirre, dass sie daraufhin arbeite, die nächste Oberbürgermeisterin von Madrid werden zu wollen. Es gibt noch eine dritte Kandidatin aus derselben Partei, der man Aspirationen auf den OB-Sitz nachsagt: Cristina Cifuentes, die Delegierte der Regierung in Madrid. Regierungsdelegationen (Delegación del Gobierno) sind eine spanische Spezialität. Entsprechend der Verfassung vertreten die Delegierten der Regierung den Zentralstaat in den Autonomen Regionen. Sie sind dem Finanzminister unterstellt. Cifuentes kontrolliert also Ana Botella und den Präsidenten der autonomen Region Madrid im Auftrag der Zentralregierung. Den letzteren Posten hatte Esperanza Aguirre einmal inne. So sieht als der Machtzirkel in Madrid aus und jede der Konkurrentinnen wartet auf einen Fehltritt der anderen.

Den leistete sich jetzt wohl Esperanza Aguirre. Es fing alles so einfach an. Sie fuhr vergangenen Donnerstag mit ihrem Auto auf einer der Hauptstraßen Madrids, hielt auf dem für Busse reservierten Fahrstreifen und ging mal schnell Geld an einem Kassenautomaten holen. Ihr Pech war, dass sofort zwei Stadtpolizisten zur Stelle waren, um das Verkehrsvergehen zu ahnden. Stadtpolizisten, von denen Frau Aguirre einmal sagte, sie wären “Beamte zur Verhinderung der Mobilität”. Sie wollte sich von denen nichts sagen lassen und von einer Strafzahlung nichts wissen. Obwohl die Polizisten sie sehr höflich behandelt haben sollen, brach sie die Diskussion mit dem Beamten ab, rammte das Polizei-Motorrad und suchte das Weite, ohne die Strafe zu zahlen. Seither ist Frau Aguirre’s Verhalten das Stadtgespräch in Madrid. Und wieder liegen sich ihre Anhänger und Gegner in den Haaren, wie man dieses Verhalten einstufen sollte.

Dabei hatte sich nach den letzten Streitereien Botella und Aguirre vor kurzem zusammengesetzt und einen Nichtangriffspakt beschlossen, um “die Differenzen einzuschränken”. Damit ist wohl jetzt nichts mehr: Botella tadelte Aguirre wegen dem Zwischenfall mit den Stadtpolizisten. “Das Gesetz ist für alle gleich”, antwortete sie auf die Ausflüchte von Aguirre, die zwar anerkannte, dass sie verbotener weise auf der Bus-Spur geparkt habe und hinzu fügte: “Aber es war doch nur eine Sekunde, um Geld aus dem Automaten zu holen”.

Die Internet-Zeitung ”Público” schreibt dazu: “Die Fahrerflucht von Esperanza Aguirre wurde nicht nur zu den am meisten kommentierten Ereignissen in den Bars und auf Twitter, sondern sie hat auch die internen Kämpfe in der PP belebt. Die Wahlen 2015 sorgt unter den Konservativen, die bereits in der vergangenen Zeit sich gegenseitig mit Dreck beworfen und einen Schmutzkampagne gegeneinander um Posten und Rangfolge auf der Wahlliste geführt haben, bereits für Streit.”

Siehe auch:
Madrid gegen Madrid, ein sinnloser Grabenkrieg

Informationsquelle
Guerra interna de lideresas del PP tras la fuga de Aguirre al volante – Público

Beliebte Beiträge

Ikonen küssen kann tödlich sein

In rumänisch-orthodoxen Kirchen sind die Heiligenbilder im Ikonenstil ein fester Bestandteil des Inventars und die Bilder von besonders wunderwirkenden Heiligen haben einen herausragenden Platz. Zu ihnen pilgern alle, die sich etwas von Ihnen erhoffen und als besondere Verbindung zwischen Gläubigen und dem/der Heiligen gilt der Kuss auf die Ikone. Viele Ikonen sind an bestimmten Stellen dadurch schon ziemlich in Mitleidenschafft gezogen.

Das Orthodox-Wiki erklärt den Brauch so:

Der Kuss
Der Kuss ist ein in der Orthodoxie tief verwurzelter Brauch. Wenn man in die Kirche geht, gibt es die Gewohnheit der orthodoxen Christen die Ikonen zu verehren oder zu küssen. Durch diese Handlung zeigt der Christ Liebe und Respekt für die Geschenke und Taten Gottes für den Menschen.

Genauso küsst der Gläubige die rechte Hand des Priesters bei bestimmten Gelegenheiten. Mit der rechten Hand gibt der Priester den Wilkommensgruß, der nicht von ihm kommt, sondern von Gott. Durch diesen Akt der Verehrung e…

Spanien muss sich seiner Geschichte stellen, dann kann auch Katalonien seinen Platz finden

Spanien hatte mal einen blutigen Diktator, der als Sieger aus dem Bürgerkrieg (1936-1939) dank der Hilfe von Nazi-Deutschland und dem faschistischen Italien hervorging. Francisco Franco terrorisierte das Land im Verbund mit seinen Generälen und den spanischen Faschisten mit seiner Herrschaft bis zu seinem Tod im Jahre 1975.

"Ursachen für den Ausbruch des Krieges sind in den extremen sozialpolitischen und kulturellen Verwerfungen in der spanischen Gesellschaft sowie in regionalen Autonomiebestrebungen zu finden, etwa im Baskenland und in Katalonien", ist in Wikipedia zu lesen. Vor seinem Tod setzte Franco den König wieder als Staatsoberhaupt ein. Ein König der in den faschistischen Militärakademien ausgebildet wurde. Das Volk wurde zur Wiedereinführung der Monarchie nicht befragt. Spanien gab sich dann eine Verfassung, die im Rahmen der "Transition" keinen radikalen Schnitt mit der Vergangenheit machte. Die Generäle drohten im Hintergrund, jede ihnen nicht passende…

Die Betontürme von Barcelona: Auch Betonschrott macht anhänglich

Wer von den höheren Positionen der Collserola auf Barcelona hinunterblickt, dessen Blick bleibt bald an 3 Türmen im Nordosten von Barcelona hängen. Diese drei Türme, die an der Mündung des Flusses Besós ins Meer liegen, gehörten zu einem konventionellen thermischen Kraftwerk, das in den 70er Jahren gebaut worden war. Seit 2011 ist dieses Kraftwerk stillgelegt. Es hatte zuvor kräftig zur Luftverschmutzung in Barcelona beigetragen. Es liegt nicht auf der Gemarkung der Stadt Barcelona, sondern der Vorortgemeinde Sant Adrià.

Drei Türme aus Beton dienten als Kamine über die die Abgase des Kraftwerks abgeleitet wurden. Beim Bau waren sie 90m hoch über den bereits 90m hohen Hochöfen gebaut worden, Es stellte sich heraus, dass in dieser Höhe die Abgase das Stadtklima beeinträchtigten und so wurden sie bis auf 200m erhöht. Sie übertrafen damit die Türme der Kathedrale Sagrada Familia, das Wahrzeichen von Barcelona. Man könnte sich vorstellen, dass ein solches hässliches Bauwerk als Verschande…

7 Gründe warum man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte

Journalistin Laura Stefanut von der Webseite “Romania Curata” hat 7 Gründe dafür gefunden, dass man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte. Sie spricht zwar von Einwanderern, aber tatsächlich geht es um Flüchtlinge. Die Situation sieht für diese so aus:

Rumänien ist ein Land, aus dem Millionen Auswanderer nach Westeuropa und Nordamerika ausgewandert sind. Es ist aber kein Land, in das man auswandert. Gegenwärtig gibt es etwa 60.000 Einwanderer von außerhalb der EU im Land. Forscher der Sozialwissenschaften warnen, dass Rumänien auf eine schnelle demographischen Überalterung zusteuert, das viele Vorteile aus der Integration von Einwanderern ziehen könnte. Aber trotz aller Warnungen und Forschungen hat der Staat wenig sinnvolles in diese Richtung getan. Vor kurzem gab es Nachrichten über 2 Flüchtlinge, die aus Versehen in Rumänien gelandet waren und anfingen zu weinen als sie merkten, wo sie waren. Leider, das bestätigen die Forschungen, ist Rumänien kein gutes Z…

Es reicht!

Vor kurzem wurde in Sao Paulo Ricardo Silva Nascimento, ein Müllsammler, schwarzer Hautfarbe, kaltblütig durch die Militärpolizei erschossen, mit einem Schuss in den Körper und zwei in den Kopf, nur weil er es wagte in einem Restaurant in einem Stadtviertel der Mittelklasse nach Essen zu betteln. Diesselbe Polizei, die ihn tötete, manipulierte vor aller Öffentlichkeit die Beweise am Tatort, transportierte illegalerweise den Körper ab und löschte auf den Mobiltelefonen von denen, die die Tat filmten, den Beweis des Verbrechens.

Bewohner des Viertels sollen dabei der Militärpolizei zugejubelt haben.

In Brasilien erlebt man zur Zeit einen Rückfall in die alte Tradition der Sklavengesellschaft und der Unterdrückung einer Bevölkerung, die ausgebeutet wird und in tiefer Armut lebt. In der Zeit der Präsidentschaft von Lula da Silva gab es eine Politik für die Armen, ein Programm, das sich "Zero fome" (Kein Hunger) nannte und mit dem man den beschämenden Zustand eines reichen Lande…

Eine Kirche ohne Moral, die nur Macht und Geld schätzt

Die orthodoxe Kirche Rumäniens (BOR abgekürzt) hat sich nach dem Sturz Ceausescus als die Trägerin des Widerstandes gegen das kommunistische System gegeben, obwohl sie eine Nutzniesserin des Diktators war. Trotzdem wurde ihr geglaubt, dass sie gegen die gottlosen Atheisten gekämpft hat und sie hatte bisher Zustimmungsraten bezüglich des Vertrauens bei den Rumänen, die bei 90% lagen. Das hat sich in letzter Zeit geändert. Bei der letzten Umfrage im September sprachen sich nur noch 50 % der Rumänien dafür aus, dass sie das größte Vertrauen in die BOR hätten.

Das stetige Sinken der der Zustimmungsraten kam, nachdem in der Kirche Sexskandale, an denen sogar ein Bischof beteiligt war, ans Tageslicht kamen. Es gibt aber auch noch andere Gründe, die das Ansehen der Kirche immer mehr beeinträchtigen.

Dumitru Borţun, Professor an der Hochschule für Politik und Verwaltung (SNSPA) ist der Ansicht, dass die BOR vor allem ein Imageproblem hat. Die Menschen spürten immer mehr, dass die Kirche nach …